Maskulistische Filterbubbles
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Maskulistische Filterbubbles


Lucas Schoppe berichtet heute von seinem Weg zur Männerrechtsbewegung und den Hindernissen, die ihm diesen Weg erschwerten. Ein Auszug:

(...) Als ich vor einigen Jahren anfing, im Internet nach Informationen und Stellungnahmen zu spezifischen Männerrechten zu suchen, ging es mir ganz ähnlich. Ich hatte gerade fast den Kontakt zum unserem Kind verloren, weil die Mutter sich getrennt und ohne Angabe von Gründen das gemeinsame Sorgerecht verweigert hatte. Ich hatte mir die Rechtlosigkeit meiner Situation nicht vorstellen können, merkte natürlich schnell, dass die von mir eigentlich stets favorisierten Parteien (Grüne, SPD) mir regelrecht feindlich gegenüberstanden, und dass in den Mainstreammedien wenig verlässliche Informationen zu erhalten waren. Ich finde auch heute noch, dass männerrechtliche Blogs eine ganz andere Funktion haben als etwa frauenrechtliche – sie füllen, so weit es eben geht, das Vakuum, das von den etablierten Medien und Parteien geschaffen wird, wenn es um die Rechte von Männern und Jungen geht (während feministische Blogs ja in der Regel Positionen wiederholen, die auch in etablierten Medien schon seit Jahrzehnten als Standardelement enthalten sind – Es ist zwar schon alles hundert Mal gesagt worden, aber noch nicht von allen). Ich weiß beispielsweise noch, wie froh ich war, als ich den Blog von Monika Ebeling entdeckt hatte und merkte, dass sie sogar Gleichstellungsbeauftragte war – wenn auch nur im kleinen Goslar, trotzdem war eine Erleichterung zu sehen, dass so etwas überhaupt irgendwo möglich war (dass ich mich zu früh gefreut hatte, merkte ich dann ja bald).

Wenn ich aber Texte las wie die oben skizzierten, dann hatte ich das Gefühl, fehl am Platze zu sein. Das eben ist für mich – neben der fatalen Außenwirkung des wutschnaubenden Schreibens in manchen männerrechtlichen Blogs – eines der wichtigsten Argumente gegen brachialen maskulistischen Sprachgebrauch. Eine solche Sprache schafft regelrecht gezielt geschlossene Veranstaltungen, Strukturen von In- und Out-Groups, Wissenden und Idioten, Freunden und Feinden. Wer von "Quotzen" daherredet, kann – wenn er sich etwas zusammenreißt – auch in zivileren Kontexten mitdiskutieren. Gruppen aber, in denen brachialer, feindseliger Sprachgebrauch die Norm ist, schließen zwangsläufig diejenigen aus, die anders argumentieren wollen, und sei es nur dadurch, dass Argumente durch den Gebrauch von Schimpfwörtern nicht eben überzeugender werden. Auch so kann man sich Filterbubbles basteln.


Hier findet man den vollständigen Text.




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